Biedermeierhaus – Coburger Geschichte bewahren

Das betagte Biedermeierhaus in der Ketschendorfer Straße 6 unterhalb des Coburger Ketschentores darf heute wieder in seinem alten Glanz erstrahlen. Errichtet wurde das Gebäude im Jahre 1839 von Otto Leheis. Eigentümer war der Arzt Dr. Karl Berger.

Trotz Erhaltung der alten Bausubstanz gemäß dem Denkmalschutz wurde das Gebäude energetisch auf den Stand eines KfW-Effizienzhauses 70 gebracht – eine Gratwanderung. Eine Mikro-BHKW-Anlage, Wandheizungen und eine Lüftungsanlage machen es möglich.

Ein KfW-Effizienzhaus 70 hat einen Jahresprimärenergiebedarf von nur 70 % eines vergleichbaren Neubaus nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV). So darf ein KfW-Effizienzhaus-70 lediglich 70 Prozent der Energie des in der EnEV 2009 festgelegten Referenzgebäudes verbrauchen.

Das Mikro-Blockheizkraftwerk ist ein Strom- und Wärmesystem mit Gas-Verbrennungsmotor, das sowohl den größten Teil des benötigten Stroms produziert, als auch für die nötige Wohnwärme sorgt. Wenn seine Wärmeproduktion einmal nicht ausreicht, schaltet der Regler ein Gas-Brennwertgerät als Spitzenlastheizgerät dazu.

Die sieben Eigentumswohnungen des Biedermeierhauses wurden behutsam mit historischen und natürlichen Baustoffen saniert und hochwertig ausgestattet.

Blickfang zur Straßenseite ist bis heute der kleine Balkon auf Konsolenpaaren, der nun vor einer vornehmen grünen Fassade ins Auge springt. 1899 wurde das Dach durch den Privatier Emil Appel ausgebaut. Wieder war es Otto Leheis, der die Arbeiten leitete. Er ließ ein zweiachsiges Zwerchhaus aufsetzen, flankiert von zwei stehenden Gauben.

Rückseitig im Innenhof des Gebäudes wurde nun 2014 eine Balkonanlage vor die Fassade gestellt. Ausgezeichnet wurde das Gebäude 2014 mit der Medaille der Gemeinschaft Stadtbild als Anerkennung für die vorbildliche Sanierung.